Die Marschbahn verbindet die schleswig-holsteinische Westküste und Sylt mit Hamburg. Auf rund 237 Kilometern Strecke bringt sie täglich tausende Menschen zur Arbeit, zur Schule, in die Ausbildung oder an die Nordseeküste – und sichert zugleich den Güterverkehr in der Region. Für viele Orte entlang der Trasse ist die Marschbahn das direkte Tor nach Hamburg und in den Rest Deutschlands.
Mit der Elektrifizierung des etwa 170 Kilometer langen Abschnitts von Itzehoe bis Westerland macht das Land Schleswig-Holstein die wichtige Nord-Süd-Achse fit für die Zukunft. Künftig sollen hier Züge mit regionalem Ökostrom fahren. Die Strecke wird dadurch leistungsfähiger, moderner und klimafreundlicher. So stärkt das Projekt die Mobilität der Menschen vor Ort und die wirtschaftliche Entwicklung der Westküste.

Die Elektrifizierung der Marschbahn befindet sich aktuell in der Vorplanung (Leistungsphase 2). In dieser Phase entsteht ein klares Bild davon, welche Baumaßnahmen entlang der Strecke nötig sind, wie ein realistischer Zeitplan aussehen kann und mit welchen Kosten das Projekt voraussichtlich verbunden ist. Die Ergebnisse dieser Vorplanung bilden die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen zur konkreten Umsetzung der Elektrifizierung. Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus ist Auftraggeber der ersten Planungsphasen. Es hat NAH.SH mit der Steuerung der Vorplanung beauftragt.
DB InfraGO ist Eigentümerin der Schienen-Infrastruktur. Ab der Leistungsphase 3 übernimmt sie Planung der Anlagen im Auftrag des Landes Schleswig-Holstein und verantwortet am Ende auch, dass die neue Infrastruktur in Betrieb genommen wird.
Das Land Schleswig-Holstein geht für die Elektrifizierung der Marschbahn finanziell erheblich in Vorleistung. Da das Projekt nicht im Bundesverkehrswegeplan steht, finanziert das Land die laufende Planung zunächst aus eigenen Mitteln. Gleichzeitig hat es das Vorhaben für eine Förderung mit Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) vorangemeldet. So treibt das Land die Elektrifizierung aktiv voran und schafft frühzeitig die Grundlage für den späteren Einsatz von Bundesmitteln.
Die Generalplaner sollen nicht nur die Elektrifizierung Streckenabschnitts zwischen Itzehoe und Westerland planen. Sie rüsten nicht zuletzt für einen stabilen Betrieb in der Bauphase auch die 26 Kilometer lange, wichtige Umleiterstrecke Jübek–Husum mit einer Oberleitung aus. Dafür müssen die Generalplaner auch Anpassungen an Bahnstationen, Brücken und Signaltechnik planen. Zudem ermittelt die Vorplanung, ob weitere Infrastrukturverbesserungen zusammen mit der Elektrifizierung möglich sind:
Außerdem prüfen die Generalplaner, ob und wie sie das Zugbeeinflussungssystem nach neuestem europäischem Standard (ETCS – European Train Control System) erneuern. All diese Vorhaben, die über die Elektrifizierung der Strecke hinausgehen, lassen sich jedoch nur umsetzen, wenn sie sich sinnvoll in die Planung und den Bau integrieren lassen und die Finanzierung steht. Über die weitere Umsetzung der umfassenden Ausbaumaßnahmen entscheidet daher am Ende der Vorplanung das Land Schleswig-Holstein.
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt soll durch die Elektrifizierung zur klimaneutralen Verkehrsachse der Westküste werden. Dies soll ab Anfang der 2030er-Jahre umgesetzt sein.
Für die Elektrifizierung der Marschbahn haben im ersten Abschnitt die Baugrunduntersuchungen begonnen. Zwischen Itzehoe und Heide sind dafür mehr als 1000 Bohrungen geplant. Die Arbeiten werden so durchgeführt, dass der Zugverkehr nicht beeinträchtigt wird. Die gewonnenen Daten bilden die Grundlage für standsichere Oberleitungsmasten.
Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Westerland soll durch die Elektrifizierung zur klimaneutralen Verkehrsachse der Westküste werden. Dies soll ab Anfang der 2030er-Jahre umgesetzt sein. Neben der technischen Planung spielt von Anfang an das Thema Umwelt eine entscheidende Rolle. Ziel ist es, das Bauvorhaben bestmöglich mit dem Umwelt- und Naturschutz in Einklang zu bringen und so den Schutz der Ökosysteme, Artenvielfalt und norddeutschen Landschaft dauerhaft sicherzustellen.
Generalplaner sind Ingenieurbüros, die die technische Planung aller Fachrichtungen übernehmen und beispielsweise auch Umwelt-Planungsleistungen aus einer Hand anbieten. Das Land Schleswig-Holstein hat NAH.SH damit beauftragt, begleitet von der Infrastruktureigentümerin DB InfraGO die Vorplanung für die Elektrifizierung der Marschbahn voranzubringen. NAH.SH hatte sämtliche für das Projekt erforderlichen Planungsleistungen ausgeschrieben und im Januar 2025 zwei sogenannte Generalplaner per europaweitem Verhandlungsverfahren gebunden.